Hannover - Die Wohnsituation für Flüchtlinge in Niedersachsen entspannt sich. Viele Not- und Behelfsunterkünfte in den Kommunen seien mittlerweile geschlossen, hieß es etwa vom Landesverband der Johanniter. Derzeit stellt der Verein im Auftrag der Kommunen noch elf solcher Unterkünfte in Niedersachsen und Bremen zur Verfügung. Während des großen Flüchtlingsstroms vor zwei Jahren seien es mehr als 20 Gemeinschaftsunterkünfte gewesen.
Den rückläufigen Trend bestätigen auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Malteser. „Von den verfügbaren 1601 Plätzen sind 1091 derzeit belegt“, berichtet Björn Menkhaus, Fachbereichsleiter für Integration und Jugendhilfe bei den Johannitern. Dazu gehörten auch die Plätze in drei Unterkünften für unbegleitete Minderjährige und sogenannte Betreuungs- und Pförtnerdienste, in denen das Personal zur Unterstützung der Flüchtlinge nicht durchgehend vor Ort sei.
„Was Unterkunft, Ernährung, Gesundheit und Kleidung betrifft, haben wir gemeinsam viel erreicht“, meint auch Michael Lukas, der Sprecher der Malteser in der Diözese Hildesheim. Auch seine Organisation habe die Unterkünfte in zwei Kommunen schließen können. „Jetzt gilt es, den Fokus wieder auf die Integrationsarbeit zu richten“, fordert Lukas. Die Malteser hätten dafür etwa eine Anlaufstelle mit drei Mitarbeitern in Celle eingerichtet, die bei Arztbesuchen oder bei Fragen zur Schule helfen. Gesundheit, Wohnen und dezentrale Betreuung bleiben auch für die Johanniter auf der Agenda.
„Ausbildung, Integration in Arbeit und allen voran Sprache und Bildung sind jetzt unsere Themen“, betont Menkhaus. Derzeit halte die Landesaufnahmebehörde etwa 5000 Plätze in Ankunftszentren für Asylbewerber vor, hieß es aus dem Innenministerium in Hannover. „Anfang des Jahres waren es rund 7300 Plätze“, sagte ein Sprecher.
Die Auslastung der Standorte schwanke zwischen 75 Prozent und 85 Prozent. Nach Angaben des Ministeriums wurden im Jahr 2017 bis Ende November etwas mehr als 14 000 Asylsuchende in Niedersachsen registriert.
