HANNOVER - Knapp die Hälfte der Ausländer in Niedersachsen leben bereits mehr als zehn Jahre im Land. Die SPD will einen neuen Anlauf zur Einbürgerung starten. Die Landesregierung zeigt sich skeptisch.
Der SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy forderte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) auf, gezielt für Einbürgerungen von Ausländern zu werben. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses sagte am Freitag in Hannover, die Kommunen sollten „Einladungen“ für Einbürgerungen aussprechen und sich mit Briefen direkt an diese Menschen wenden. „Wenn der Innenminister einen öffentlichen Appell auch an die Kommunen formulieren würde, würden eine Reihe von Bürgermeistern und Landräten das aufgreifen. Da kann die Landesregierung ein Zeichen setzen.“ Der aus dem Kreis Nienburg stammende Abgeordnete Edathy sagte: „Wir brauchen mehr eine Politik der ausgestreckten Hand.“
Schünemann reagierte zurückhaltend. Er sagte: „Wir haben die Einbürgerungsfeiern ins Staatsangehörigkeitsgesetz schreiben lassen. Diese Feiern sind eine sehr gute Werbung für infrage kommende Ausländer in Niedersachsen.“ Wer seit acht und mehr Jahren in Deutschland lebt und bestimmte Voraussetzungen erfüllt, hat einen Anspruch auf die Einbürgerung und den deutschen Pass.
Nach Angaben des Innenministeriums lebten Ende 2007 rund 460 000 Ausländer in Niedersachsen. Im vergangenen Jahr erhielten etwa 9250 Menschen in dem Bundesland die deutsche Staatsangehörigkeit.
