HANNOVER - Die Zweifel an einem pünktlichen Start des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven wachsen. Die Landtags-Opposition fürchtet, dass die Schäden an der Hafenkaje nicht rechtzeitig behoben werden. Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) gab am Freitag ausführlich Auskunft im Wirtschaftsausschuss des Parlaments, konnte die Gemüter aber nicht beruhigen. Bisher sind 152 Schlossbrüche festgestellt worden.
Wir haben immer noch keine Aussage dazu, wo die Ursachen liegen, sagte SPD-Fraktionsvize Olaf Lies (Sande) nach der Sitzung in Hannover dieser Zeitung. Die Schäden seien anscheinend beim Rammen der Füllbohlen entstanden. Sieben Monate nachdem die ersten Schäden an der Kaimauer des Hafens bekannt wurden, kann endlich mit der Sanierung begonnen werden, erklärte Lies. Eine komplette Übergabe der ersten 1000 Meter zum Probebetrieb ab dem 5. Mai erscheine aber unmöglich. Der SPD-Politiker warf Bode vor, beim Bau des Tiefwasserhafens die Sorgfalt vermissen zu lassen.
Minister Bodes zögerliches Krisenmanagement wird zum Millionen-Risiko, sagte der Grünen-Abgeordnete Enno Hagenah. Die beauftragten Gutachter könnten die Ursache nicht klären. Wer für den Schaden von 50 Millionen Euro aufkomme, sei offen. Landesregierung und Realisierungsgesellschaft haben die Tragweite der Schäden offensichtlich zu lange unterschätzt, erklärte Hagenah.
Die CDU sieht keine Probleme. Die Entwicklung des Tiefwasserhafens sei auf gutem Kurs, so CDU-Fraktionsvize Dirk Toepffer. Die Schadensursache ist weiterhin unklar entscheidend ist aber, dass es keine Streitigkeiten um die Form der Schadensbehebung gibt. Die Länder Niedersachsen und Bremen zahlen 650 Millionen Euro für den neuen Hafen. Der Jade-Weser-Port soll am 5. August in Betrieb genommen werden.
