HANNOVER - HANNOVER/DPA - Die 6600 Häftlinge in Niedersachsens Gefängnissen können sich in ihren Zellen bald komfortabler zur Ruhe betten. Nach Beschwerden über zu harte Matratzen kauft das Land neue Schlafunterlagen für rund 1,4 Millionen Euro.

„Dutzende Häftlinge hatten jahrelang über harte Matratzen geklagt, ein Landtagsausschuss hat die Investition nun einstimmig abgesegnet“, sagte der Sprecher des Justizministeriums, Dennis Weilmann, am Freitag. Missverständlich sei nach Angaben des Sprechers der stolze Preis von 1,4 Millionen Euro. „Wir tauschen die betagten Matratzen sowieso aus; unter dem Strich wird es keine Mehrkosten geben, weil die neuen Matratzen nicht teurer sind als die alten“, sagte der Ministeriumssprecher.

Die Anfang der 90er Jahre angeschafften alten Schlafunterlagen sind aus feuerfestem und daher hartem Schaumstoff. In der Zeit davor habe es in den Zellen einige Brände gegeben, darunter auch Brandstiftungen. Im Jugendstrafvollzug seien drei Häftlinge nach einem solchen Feuer gestorben. Die neuen Matratzen sind schwer entflammbar – damit aber weicher und komfortabler.

Das schrittweise Austauschen der Matratzen solle „zügig und zum Großteil in den nächsten Monaten“ geschehen. Es sei also nicht auszuschließen, dass es bei den Gefangenen in Bezug Schlafkomfort einige Monate lang eine Zweiklassengesellschaft gebe.

Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Sehnde hatte den Anstoß für den Matratzentausch gegeben, indem er eine Petition an den Landtag richtete. Nach Weilmanns Aussagen hätten alle Fraktionen „völlig einvernehmlich“ beschlossen, die weicheren Matratzen zu kaufen.