HANNOVER - In Niedersachsen werden immer mehr Fälle häuslicher Gewalt angezeigt. Wie Justizminister Bernd Busemann (CDU) am Montagabend in Hannover mitteilte, stieg die Anzahl der Anträge zum Vorgehen gegen Gewalt innerhalb der eigenen vier Wände bei den Familiengerichten seit dem Jahr 2004 (1174) bis 2008 (1505) um 28 Prozent an. Im Jahr 2007 wurden bei den Zivilgerichten 1714 Fälle angezeigt. 2004 waren es noch 940 gewesen. Dies entspricht sogar einem Anstieg von 82 Prozent. Für 2008 lägen noch keine Zahlen vor.
Busemann sprach von „erschreckenden Zahlen“, wertete den Anstieg jedoch nicht als generellen Anstieg der Gewalt. „Ich teile die Meinung der Experten, dass dies weniger auf einen Anstieg der Gewalt als auf eine zunehmende Anzeigebereitschaft Betroffener zurückzuführen ist“, sagte der Minister. Dies liege im Wesentlichen am Ausbau der Präventionsarbeit in den einzelnen Kommunen. Die Vorsitzende des Landespräventionsrates Niedersachsen, Sigrid Maier-Knapp-Herbst, wies auf einen Anstieg der kommunalen Präventionsgremien von 28 im Jahr 1996 auf mittlerweile 210 hin. In diesen Gremien arbeiten Fachleute zusammen, um Gewalt vorzubeugen.
