HANNOVER - Landeschefin Leifheit zeigt sich offen für schwarz-grüne Zusammenarbeit. In Frankfurt ist das schon Realität.

Von Marco Seng,

Redaktion Hannover

HANNOVER - Der Ort für den Parteitag ist nicht zufällig gewählt. In Göttingen wollen die Grünen am Sonnabend die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes einläuten. In Göttingen rechnet sich die Öko-Partei auch mit die größten Chancen aus, ihren ersten Oberbürgermeister in Niedersachsen zu stellen. Der Fraktionschef im Landtag, Stefan Wenzel, tritt in der Universitäts-Stadt am 10. September gegen die Konkurrenten von CDU, SPD und FDP an. „Wenzel hat gute Chancen in die Stichwahl zu kommen“, sagte Landeschef Raimund Nowak am Mittwoch in Hannover. Und dann sei alles möglich.

Nach Nowaks Ansicht gilt das auch für Oldenburg. Die Grünen glauben dort mit Hermann Neemann ihren zweiten Trumpf im Ärmel zu haben. „Neemann ist ein gutes Angebot für Leute, die nicht Herrn Schütz wiederwählen wollen“, so der Parteichef. Der Wahlkampf in Oldenburg sei extrem spannend. Nowak sieht dabei den umstrittenen Bau des Einkaufszentrums ECE im Mittelpunkt.

Die Grünen wollen beim kommunalen Urnengang ihr Ergebnis von 2001 deutlich verbessern. Ziel sei es, zweistellig zu werden und mehr als 1000 Mandate zu erringen. Als Erfolg verbucht die Partei, dass rund 2700 Kandidaten sich für die Grünen um kommunale Mandate und Ämter bewerben, so viele wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren. Positiv bewertet Nowak auch, dass mehr als 30 Kandidaten jünger als 20 sind. In Stadtoldendorf will ein 23-Jähriger für die Grünen den Rathaussessel erobern. Bis zu 800 Kandidaten hätten kein Parteibuch. Oder wie im Falle eines Bewerbers in Hannover nur das einer italienischen Partei. Wobei das wohl eher eine Ausnahme bleibt. Leute mit migrationspolitischem Hintergrund zu finden sei schwierig, bedauerte Nowak. „Ich bin da nicht ganz zufrieden.“

Im Mittelpunkt des Parteitages sollen die Themen Bildung, Ausländer- und Atompolitik stehen. Gäste sind unter anderem die Umweltpolitikerin Bärbel Höhn, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und die Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling. In Frankfurt paktieren die Grünen mit der CDU. Für die Co-Landeschefin Susanne Leifheit ist das ein Modell mit Zukunft: „Man kann sagen, dass wir nach beiden Seiten offen sind.“