HANNOVER - HANNOVER/DPA - Bei der Bekämpfung der Kriminalität in Niedersachsen kann die Polizei wachsende Erfolge verzeichnen – Sorgen bereiten ihr aber stark zunehmende Internet-Betrügereien, Kinderpornografie und Wirtschaftskriminalität. Insgesamt ging die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2003 um 1,07 Prozent auf 587 252 zurück, teilte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik in Hannover mit. Zudem erreichte die Aufklärungsquote mit 53,9 Prozent einen Rekordwert. Schünemann betonte: „Ich will kontinuierlich eine bessere Quote haben.“ Niedersachsen liegt mit einer Aufklärungsquote von knapp 54 Prozent klar hinter den Ländern Bayern (65,6 Prozent) und Baden- Württemberg, die die Spitzenplätze einnehmen. Zur besseren Aufklärung von Straftaten fordert Schünemann unter anderem die Ausweitung des genetischen Fingerabdrucks (DNA-Analyse) auch auf Einbrecher und Ladendiebe. Zudem hält der Innenminister an einer
Schaffung freiwilliger Streifendienste in Niedersachsen fest.
Als Besorgnis erregend bezeichnete Schünemann die starke Zunahme bei der Verbreitung von Kinderpornografie überwiegend über das Internet. Beim Besitz solchen Materials stieg die Zahl der Fälle im Jahr 2004 um rund 61,1 Prozent auf insgesamt 480. Deutlich mehr Betrugsfälle verzeichnete die Polizei auch bei Versteigerungen per Internet.
Die Zahl der Tötungsdelikte und -versuche ging weiter zurück: Von 391 auf 277 Fälle. Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei gibt es trotz des Rückgangs der Straftaten insgesamt „keinen Grund zur Beruhigung“.
Neuer Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen in Hannover wird Uwe Kolmey (49). Der derzeitige Landespolizeivizepräsident löst Anfang August Rüdiger Butte ab, der sein Amt als Landrat von Hameln-Pyrmont antreten wird.
