HANNOVER -

Innenminister Schünemann (CDU) lobt die Polizeireform. Auch Oldenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau ist positiv gestimmt.

HANNOVER/DPA - Die Straftaten sind in Niedersachsen um 2,44 Prozent auf 601 557 gestiegen. Für Innenminister Uwe Schünemann (CDU) ist dies jedoch kein Grund zur Sorge. „Wenn man mehr Aktivitäten startet, dann ist es in den ersten Jahren völlig klar, dass die Zahlen ansteigen“, sagte Schünemann. Allerdings hätten die verstärkten Bemühungen langfristig eine abschreckenden Wirkung. Die hohe Aufklärungsquote wertete er als Erfolg der Polizeireform.

Schünemanns Amtsvorgänger Heiner Bartling (SPD) kommt hingegen zu ganz anderen Schlussfolgerungen: „Herr Schünemann sollte sich einmal vor Ort über die Stimmung bei den Polizeibeamten informieren. Dann würde er erkennen, dass der Polizeialltag anders aussieht, als er sich das vom grünen Tisch aus vorstellt“, so Bartling.

Positiv äußerte sich Hans-Jürgen Thurau, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, zur aktuellen Entwicklung: „Ich glaube nicht, dass die Kriminalität massenhaft gestiegen ist, die Polizei hellt vielmehr das Dunkelfeld immer besser auf.“ Zur Bekämpfung der Jugendkriminalität müssten Präventionsprogramme weiterhin „mit hoher Intensität“ fortgesetzt werden. Die Arbeit der in vielen Kommunen gegründeten Präventionsräte trage Früchte, berichtete der Polizeipräsident.

Es mache sich bemerkbar, dass Schulleiter verpflichtet seien, beispielsweise bei Gewälttätigkeiten unter Jugendlichen sofort Anzeige zu erstatten. Nur dann könne auch die Polizei rechtzeitig vorbeugend tätig werden. „Wer über Kriminalität redet, der kann auch Kriminalität verhindern“, betonte Thurau.