HANNOVER - HANNOVER/DPA - Noch ist unklar, was sich am Freitag in einer Wohnung in Garbsen bei Hannover abgespielt hat. Fest steht: Am Mittag kam ein 21-Jähriger nach rund sieben Stunden aus der Gewalt eines Bekannten frei. Beide Männer waren betrunken, sie wurden in Handschellen abgeführt. Damit ging ein mehrstündiger Großeinsatz der Polizei zu Ende. Beide Männer wurden bis in die Abendstunden hinein vernommen.

Am frühen Morgen hatte ein Anrufer eine Geiselnahme gemeldet, Beamte einer Spezialeinheit gingen in Stellung. Das Wohnviertel – mehrere dreistöckige Wohnblocks – wurde komplett abgesperrt. Am Telefon hatte das Opfer der Polizei gesagt, es werde von zwei Männern mit einem Messer bedroht. Später stellte sich heraus, dass nur noch ein 20 Jahre alter Mann mit in der Wohnung war.

Die Polizei vermutet, dass der 20-Jährige in der Nacht zuvor in ein Mehrfamilienhaus eingebrochen ist. Möglicherweise habe er sich so einer Verhaftung entziehen wollen. Am Vormittag hatten die beiden Männer Zigaretten, Essen und einen Verbandkasten verlangt. Vermutlich wollte der 21-Jährige eine Risswunde am Oberarm verarzten. Wie er sich verletzte, war zunächst unklar.

Die Polizei hatte versucht, in Telefonverhandlungen etwas über die Situation in der Wohnung zu erfahren. „Daraus hat sich dann ergeben, dass die Täter ziemlich am Ende der Leistungsfähigkeit sind“, berichtete Polizeivizepräsident Alfred Soetbeer. Die Polizei habe schließlich die Männer überzeugen können, aufzugeben und die Wohnung zu verlassen.