HANNOVER - Der marode Landtag in Hannover wird umgebaut. Spätestens in zwei Jahren sollen die Bagger anrücken. Die 150 Abgeordneten werden während des Umbaus voraussichtlich auf das Messegelände umziehen. Das kündigte Landtagssprecher Franz-Rainer Enste am Freitag in Hannover an. Die Planungen sollen schon im Spätsommer aufgenommen werden. „Wenn alles gut läuft, beginnen wir 2010 mit dem Bau“, sagte Enste.
Zur Vorbereitung der umfangreichen Sanierung des Parlaments reisen Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) und Präsidiumsmitglieder im Mai und Juni nach Wiesbaden, Erfurt und Kiel, um dort renovierte Landtags-Gebäude zu besichtigen. Zu der Delegation sollen auch Denkmalpfleger, Baufachleute und Finanzexperten gehören. Andere Bundesländer hätten es geschafft, „moderne Parlamentsorte in historischen Gebäudekomplexen zu schaffen“, erklärte Enste. Die Ausschüsse könnten in der Umbauphase im Nebengebäude des Leineschlosses tagen. Für die Parlamentssitzungen käme das Expo-Gelände auf der Messe in Frage.
Die Parteien streiten seit Jahren heftig über den Umbau des Gebäudes. Ein erster Architektenentwurf wurde 2003 auf Eis gelegt, weil das Geld für die Sanierung fehlte. Der Umbau hätte etwa 20 Millionen Euro gekostet. Im alten Leineschloss drohen die Scheiben der gläsernen Portikushalle herauszufallen. Das Gebäude ist an vielen Stellen undicht, im Keller soll es Ratten geben. Zudem stöhnen viele Abgeordneten über schlechte Luft- und Lichtverhältnisse im Plenarsaal.
