HANNOVER - Gründe sind die Verkleinerung des Parlaments und das gute Ergebnis 2003. Auch Nordwest-Abgeordnete bangen.
Von Marco Seng,
Redaktion Hannover
HANNOVER - Das große Zittern hat begonnen. Noch sind es fast zwei Jahre bis zur nächsten Landtagswahl, doch viele Parlamentarier gehen bereits in Startposition. Die Kommunalwahlen im September sind dabei nur so etwas wie ein Durchlauferhitzer.Die beschlossene Verkleinerung des Landtags ab 2008 wird alle vier Parteien Sitze kosten. Besonders schlimm könnte es aber die CDU treffen. Nach internen Berechnungen fürchtet die Fraktionsspitze den Verlust von bis zu 30 Mandaten. Das könnte zwar immer noch zu einer Neuauflage der Regierungskoalition mit der FDP reichen, die heutige Fraktion würde aber zerfleddert. Dass dabei auch der eine oder andere Hoffnungsträger wie Björn Thümler (Berne) oder Jens Nacke (Wiefelstede) aus dem Landtag fliegen könnte, wurmt besonders. Beide hatten ihre Wahlkreise Wesermarsch und Ammerland 2003 direkt geholt. Ob dieser Coup erneut gelingt, wird sich zeigen. Nur die Landesliste könnte Wackelkandidaten einen sicheren Hafen bieten, doch der Andrang ist groß.
Die CDU hat dabei nicht nur mit der Reduzierung der Mandate auf 135 zu kämpfen. Sie könnte im Gegensatz zu den anderen Parteien auch Opfer ihres Wahltriumphs von vor drei Jahren werden. Damals gewannen völlig überraschend 91 Christdemokraten ihre Wahlkreise direkt. Doch in Partei und Fraktion ahnt man bereits, dass sich ein solcher Kantersieg nicht wiederholen lässt. „Niedersachsen ist traditionell eher ein SPD-Land“, fasst ein Abgeordneter die Wahlergebnisse 2005 ernüchtert zusammen. Bei der Bundestagswahl etwa war die Landes-CDU eingebrochen – trotz Wulff-Bonus. Auch wenn neue Landräte oder Bürgermeister gesucht wurden, hatte die Konkurrenz häufig die Nase vorne.
Die CDU rechnet im schlimmsten Fall damit, dass die SPD alle ihre Hochburgen im Südosten des Landes zurückerobern wird. Auch im Nordwesten könnte es ein Hauen und Stechen um die besten Listenplätze geben. Mit Wolfgang Röttger (Rastede), dessen Wahlkreis Varel aufgelöst wird, steht ein Verlierer bereits fest. Weitere Tränen dürfte es spätestens am Wahlabend geben. Sicher im neuen Landtag sind wohl Ministerpräsident Wulff, Landtagspräsident Gansäuer, Fraktionschef McAllister, Generalsekretär Thiele und der eine oder andere Minister. Dahinter wird die Luft dünn. Möglicherweise ist am Ende selbst ein guter Listenplatz wertlos.
