HANNOVER - Die umstrittenen Live-Wetten bei Sportveranstaltungen sind in Niedersachsen zumindest vorübergehend erlaubt. Einem entsprechenden Gesetz stimmte der Landtag am Dienstag in Hannover zu. Das sogenannte Vorschaltgesetz soll den Glücksspielmarkt in Niedersachsen regeln, bis der neue Staatsvertrag am 1. Juli in Kraft tritt.
„Damit sind die Erträge für Sportvereine und Wohlfahrtsverbände gesichert“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). CDU-Fraktionsvize Dirk Toepffer bezeichnete das Gesetz als Kompromiss zwischen Markt und Moral. Die Opposition im Landtag lehnte das Gesetz ab. Der SPD-Abgeordnete Wolfgang Jüttner nannte es eine „Verbeugung vor der Glücksspielindustrie“, die den Kampf gegen die Spielsucht relativiere. Enno Hagenah von den Grünen warf der Landesregierung vor, Niedersachsen zu einem Zockerland machen zu wollen.
