HANNOVER - Im Streit um den Landtags-Neubau soll eine neue Analyse bis zum Spätherbst mehr Klarheit über die Baukosten bringen. Der Kölner Architekt Eun Young Yi zeigte sich zuversichtlich, dass sein Entwurf das vom Parlament festgelegte Budget von 45 Millionen Euro nicht überschreiten wird. Nach etlichen Querelen trafen sich Landtagspräsident Hermann Dinkla, der Architekt und Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) am Mittwoch zu einem Gespräch im Landtag.

Yi soll nun gemeinsam mit anderen Fachleuten für rund 950 000 Euro eine Projektanalyse für seinen Bauentwurf erstellen, kündigte Landtagspräsident Dinkla nach dem Treffen an. Die Berechnungen sollen etwa im November – also nach der Kommunalwahl – vorliegen. Bis dahin bleibt offen, ob das marode Plenargebäude abgerissen oder der bestehende Trakt saniert wird. Dinkla sagte zu dem Verfahren: „Wir bauen auch keinen Baumarkt, sondern den niedersächsischen Landtag.“

Im Kern geht es um die Frage, ob der bei einem Architektenwettbewerb ausgewählte Entwurf für einen Neubau teurer wird als der Landtag vereinbart hatte. Experten des staatlichen Baumanagements hatten in einer Risikoanalyse eine Kostenexplosion befürchtet. Aus ihrer Sicht würde der Bau rund 65 Millionen Euro kosten, da Yis Entwurf unter anderem keine Klimaanlage vorsieht.

Der Kölner Architekt sagte dazu am Mittwoch, er halte die Schätzung von 65 Millionen Euro für falsch. Bei dieser Analyse habe es Missverständnisse gegeben, zudem sei das Verfahren ein bisschen unprofessionell abgelaufen. Yi erklärte, mit einer Projektanalyse wolle er nun seinen Entwurf vertiefen und zu einer tragfähigeren Kostenberechnung kommen. „Mein Entwurf ist so schlicht und so kompakt, dass ich ziemlich zuversichtlich bin, dass ich im Kostenbudget lande.“

Parallel zur Kostenanalyse für einen Abriss und Neubau soll das staatliche Baumanagement die Berechnung einer Sanierung des Plenargebäudes in die Wege leiten.