HANNOVER - Die Landtags-SPD wählt zwar erst am kommenden Montag ihren neuen Fraktionsvorstand. Die Würfel sind allerdings bereits gefallen. Der designierte Fraktionschef Stefan Schostok stellte in der Fraktionssitzung am Dienstag seine Personalvorschläge vor. Nicht alle sind damit einverstanden. Der Unmut wird aber eher hinter vorgehaltener Hand geäußert. In der Fraktionssitzung soll nur ein Abgeordneter sich darüber beschwert haben, dass die langjährige Arbeitskreis-Sprecherin Karin Stief-Kreihe ihren Posten verliert.

Schostoks Plan, den er dem Vernehmen nach mit Parteichef Olaf Lies (Sande) abgestimmt hat, sieht unter anderem vor, dass Fraktionsvize Johanne Modder (Bunde) zur Parlamentsgeschäftsführerin aufrückt. Modder, die auch Parteivize und Bezirkschefin von Weser-Ems ist, wird damit zu einer der zentralen Figuren in der SPD.

Lies übernimmt ihren Posten als Fraktionsvize. Für den Bezirk Braunschweig bleibt Detlef Tanke Vize, für den Bezirk Hannover sind es Uwe Schwarz und Gabriele Andretta. Schostoks Entscheidung, die Zahl der Fraktionsvizes von vier auf sechs zu erhöhen, sorgt in Teilen der Fraktion für Unverständnis. Auch Frauke Heiligenstadt (Bezirk Hannover) und Gerd Will (Bezirk Weser-Ems) sollen befördert werden. Vor allem gegen Will regt sich Widerstand. Seine Gegner werfen ihm vor, sich bei der Suche nach einem neuen Parteichef offen gegen Lies gestellt zu haben.

Bei den Arbeitskreis-Sprechern behält Hans-Dieter Haase (Emden) seinen Posten für den Bereich Justiz. Wiard Siebels (Aurich), der sich ebenfalls für einen Sprecherposten beworben hatte, wurde nicht berücksichtigt.

Der Fraktionsvorstand umfasst insgesamt 14 Personen. „Die wichtigsten Felder, mit denen man Wahlen gewinnt, haben wir abgedeckt“, heißt es aus der Fraktion. Bei den Wahlen am Montag wird allerdings mit Gegenstimmen für den einen oder anderen Bewerber gerechnet. Der bisherige Fraktionschef Wolfgang Jüttner und der langjährige Parlamentsgeschäftsführer Heiner Bartling geben dann ihre Ämter auf.