HANNOVER - Als der Landtag vor Monaten die Veranstaltung plante, konnte niemand ahnen, welche bedrückende Aktualität der Abend durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima bekommen sollte. Kohle, Atom, Wind, Sonne mit welcher Energie wollen wir leben, lautete die Frage für die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion am Donnerstag im Plenarsaal. Die dramatischen Ereignisse in Japan sind eine Zäsur für die Welt, sagte CDU-Landtagspräsident Hermann Dinkla (Westerholt).
EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) wurde von Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel sofort in ein kleines Gespräch verwickelt. Hier schaut der Fraktionschef der Grünen, ob ich es ernst meine. In anderen europäischen Hauptstädten werde ich dafür verprügelt, wofür ich in Berlin nicht genügend Akzeptanz finde, sagte Oettinger später bei seiner Rede mit Blick auf die von ihm geforderten Stresstests für Atomkraftwerke. Die Debatte um die Atomkraft sei eine deutsche Debatte. Sie finde in Europa nicht statt.
Oettinger sprach sich für eine Energiewende aus. Ich glaube in der Tat, dass eine völlige Neubewertung der Risiken nach Japan notwendig ist, sagte er. Er verwies darauf, dass im Jahre 2020 rund 35 Prozent des Stroms in Europa aus erneuerbaren Energien gewonnen werden sollen. Eine Europäisierung der Energie ist notwendig. Der EU-Kommissar betonte, dass die deutsche Strategie nur sein könne, für die höchstmögliche Sicherheit der Kraftwerke zu sorgen.
Die Fragen kerntechnischer Sicherheit können allerdings nicht allein in Deutschland und Niedersachsen beantwortet werden, sondern müssen Thema auf europäischer und internationaler Ebene sein, sagte auch Dinkla in seiner Rede. Allein in der Europäischen Union gebe es derzeit 143 Kernkraftwerke.
