HANNOVER - HANNOVER - Im Lastruper Fleischskandal gerät Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) unter Druck. Die Opposition warf ihm im Landtag Versagen bei der Aufklärung vor. „Irgendetwas stinkt doch hier, wenn das Ministerium seit einer Woche sprechunfähig ist“, erklärte SPD-Fraktionsvize Karin Stief-Kreihe. Der Grünen-Verbraucherexperte Hans-Jürgen Klein legte dem Minister den Rücktritt nahe. „Sie können sich entscheiden, ob sie den Saustall ausmisten oder verteidigen“. Ansonsten müsse man überlegen, ob Ehlen an der richtigen Stelle sitze. Die Opposition vermutet, dass das Ministerium Fehler bei der Aufklärung und Lücken bei der Lebensmittelkontrolle verschweigt.

Ehlen verteidigte sein Vorgehen vehement. Der SPD warf er vor, ein parteipolitisches Spiel mit den Ängsten der Menschen zu treiben. „Ich kann kein Vergehen der Überwachungsbehörden feststellen.“ In der emotionsgeladenen Debatte überzog Ehlen seine Redezeit deutlich und wurde mehrfach von Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) ermahnt, zum Ende zu kommen.

Später eilte ihm Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) zur Hilfe. „Das Ganze wird mit Sicherheit vor Gericht landen“, kündigte sie einen Prozess gegen den Lastruper Unternehmen an. Die Grünen forderten, verdeckte Ermittler in den Betrieben einzusetzen und Kontrollen nicht mehr anzumelden.