HANNOVER - Wenn man im Internet nach den Piraten in Niedersachsen sucht, stößt man zuerst auf den Animationsfilm „Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen.“ Dann folgt der Verweis auf die Piratenpartei, die klarmacht „zum Ändern“. Über Kandidaten, die sich für ein Landtagsmandat bewerben wollen, lässt sich noch wenig sagen. Die Auswahl des Personals beim Landesparteitag am kommenden Wochenende in Nienburg ist aber im Vergleich zu anderen politischen Parteien eher ungewöhnlich.

Gleich 37 Kandidaten bewerben sich im Hotel Weserschlösschen um den Spitzenplatz auf der Wahlliste, darunter der 50-jährige Gilbert Oltmanns und der 37-jährige Jörg Kunze aus Oldenburg. Ganz vorne auf der Liste stehen möchte auch der umstrittene Carsten Schulz aus Hannover, der mit Forderungen nach Straffreiheit für das Leugnen des Holocausts und dem Verkauf von Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ angeeckt war. Seine Wahl als Direktkandidat in Hannover wurde annulliert.

Viele der Bewerber haben allerdings auf ihrem Internet-Steckbrief auch angegeben, dass sie bereit wären, auf dem letzten Listenplatz 42 zu kandidieren. Die Netzpartei hat für das lange Auswahlverfahren deshalb zwei Tage veranschlagt.

Anders als bei anderen Parteien gibt es bei den Piraten keine Delegierten. Jedes Parteimitglied kann kommen, diskutieren und wählen. 156 standen am Donnerstag auf der Liste. Die genaue Tagesordnung wird erst vor Ort festgelegt. Zuvor soll es aber noch eine Erklärung geben, wie man eine Debatte führt.

Landeschef Andreas Neugebauer (Delmenhorst) kündigte im Vorfeld an, dass die Piraten keine „Dagegen-Partei“ seien. Vielmehr wolle man die eigenen Themen wie Fracking in den Vordergrund stellen. Klares Ziel sei es, nach der Wahl am 20. Januar 2013 in den Landtag einzuziehen.