HANNOVER - Im Landtag bleibt vieles wie es war. Die Fraktionschefs von CDU, SPD und FDP heißen auch in Zukunft David McAllister, Wolfgang Jüttner und Philipp Rösler. Für Wirbel sorgt dagegen weiter der Einzug der Linkspartei in den Landtag. Die CDU forderte, die elf Abgeordneten der Linken auf eine mögliche Mitarbeit beim Staatssicherheitsdienst der DDR zu überprüfen. Die SPD lehnte eine politische Zusammenarbeit mit den Sozialisten strikt ab.

Die CDU-Fraktion wählte David McAllister mit 65 Stimmen erneut zum Fraktionschef. Drei Abgeordnete versagten dem 37-Jährigen die Gefolgschaft. „Ich habe nicht mit 100 Prozent gerechnet“, sagte McAllister. Aus CDU-Kreisen hieß es, möglicherweise seien „alte Rechnungen“ beglichen worden. Parlamentsgeschäftsführer Bernd Althusmann wurde im Amt bestätigt. Er bestritt Spekulationen, er werde in der neuen CDU/FDP-Regierung ins Kabinett wechseln. „Ich werde kein Minister“, sagte er dieser Zeitung. Über Posten will die CDU erst Mitte Februar entscheiden. Aufrücken könnte dann auch Björn Thümler (Berne), der neuer Sprecher der sieben Oldenburger Abgeordneten in der Fraktion ist.

Bei der Wahl des SPD-Fraktionschefs stimmten 41 Abgeordnete für Wolfgang Jüttner, sechs gegen ihn, einer enthielt sich. „Ich werde mit aller Kraft daran arbeiten, eine starke Landtagsfraktion zu formieren“, sagte der gescheiterte Spitzenkandidat. Kritik an Jüttner gab es bei der Fraktionssitzung nicht. Parlamentsgeschäftsführer wird wie erwartet der bisherige Fraktionsvize Heiner Bartling.

Die FDP bestätigte Fraktionschef Philipp Rösler einstimmig im Amt. Auch für Parlamentsgeschäftsführer Jörg Bode stimmten alle 13 Abgeordneten. Der Oldenburger Klaus Rickert soll dem Vernehmen nach Fraktionsvize bleiben. „Wir werden unsere Rolle als Korrektiv in der Innen- und Rechtspolitik wahrnehmen“, sagte Rösler mit Blick auf die am Freitag beginnenden Koalitionsverhandlungen mit der CDU.

Die Fraktion der Linkspartei werden Kreszentia Flauger (Wildeshausen) und Manfred Sohn (Braunschweig) führen. Am Abend berieten die Linken in Hannover mit Gewerkschaften und Bürgerinitiativen ihre Rolle in der Opposition. Die CDU warnte die Linkspartei davor, den Landtag zu einer „Klamauk-Veranstaltung“ zu machen. SPD-Landeschef Garrelt Duin erklärte, es werde keine gemeinsamen Anträge mit den Sozialisten geben. Niedersachsens Verfassungsschutz will die Linken weiter beobachten.

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