HANNOVER - „Alle sind automatisch Ministerkandidaten, aber nicht alle werden automatisch Minister“, sagt Wolfgang Jüttner über sein „Schattenkabinett“. Ab der kommenden Woche will der SPD-Spitzenkandidat und Herausforderer von CDU-Ministerpräsident Christian Wulff seine Mannschaft für den Landtagswahlkampf 2008 vorstellen.

Den Begriff „Schattenkabinett“ hört Jüttner indes nicht gern. Er spricht von seinem „Niedersachsen-Team“. Es soll aus weniger als zehn Personen bestehen und für alle potenziellen Koalitionen gewappnet sein. Der SPD-Fraktionschef will nicht für jedes heutige Ressort einen Kandidaten benennen, sondern Schwerpunkte setzen: Bildung, Wirtschaft, Soziales.

Die schlechten Umfragewerte der SPD machen es aber nicht einfach, eine namhafte Mannschaft zusammenzustellen. Für den Bereich Wirtschaft sucht Jüttner offenbar einen Prominenten ohne Parteibuch. Wer das sein könnte, behält der Spitzenkandidat genauso für sich wie die anderen Namen. Auch in der Landtagsfraktion wird gerätselt. Hinter vorgehaltener Hand beschweren sich Abgeordnete über die „unheimliche Geheimniskrämerei“ der Parteispitze. Der eingeweihte Parteichef Garrelt Duin schweigt am lautesten.

Das erste Geheimnis wird am Mittwoch gelüftet. In SPD-Kreisen erwartet man, dass Jüttner als Experten für Arbeitnehmerfragen den früheren Verdi-Landeschef Wolfgang Denia präsentiert. Unmittelbar vor dem Landesparteitag der Linken wäre das ein Coup, um durch Hartz IV verprellten Wählern die SPD wieder schmackhaft zu machen. Als gesetzt gelten die Fraktionsmitglieder Heiner Bartling (Inneres), Gabriele Andretta (Hochschule) und Dieter Möhrmann (Finanzen). Auch Uwe Schwarz (Soziales) und Claus Peter Poppe (Schule) werden genannt. Als heißer Kandidat von außerhalb gilt der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, der das Umweltressort übernehmen könnte. Die Juristin Eva Högl aus dem Bundesarbeitsministerium wird für Justiz gehandelt. Zum Oldenburger Parteitag im November soll das Team komplett sein.