HANNOVER/LATHEN - HANNOVER/LATHEN/DPA - Das Transrapid-Unglück im Emsland mit 23 Toten hat politischen Streit über mögliche Sicherheitslücken ausgelöst. Die niedersächsische Landesregierung betonte am Freitag, sie halte die Technologie der Magnetschwebebahn für zukunftsfähig.
„Das Land hat ein hohes Interesse am Weiterbetrieb des Transrapid“, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover. Die Grünen-Fraktion im Landtag kritisierte indes bei einer Sitzung des Verkehrsausschusses am Freitag, die für die Transrapid-Teststrecke zuständige Landesbehörde sei zu lax mit der Sicherheit umgegangen.
„Die Genehmigung ist leichtfertig erteilt worden“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Enno Hagenah, im Verkehrsausschuss am Freitag. Dort kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen der Opposition und den Regierungsfraktionen.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Hermann Dinkla, sagte dazu, die Forderung der Grünen, die Landesregierung solle die Konsequenzen des Transrapid-Unglücks darstellen, sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfrüht. „Mit voreiligen Schlüssen ist im Moment weder den Angehörigen der Opfer noch der Öffentlichkeit gedient“, kritisierte auch die FDP-Fraktion.
Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Christian Haegele, erklärte: „Es handelt sich offensichtlich nicht um technisches Versagen, aber das Sicherheits-Konzept muss weiter optimiert werden.“ Er gehe davon aus, dass der Testbetrieb für das Nachfolgemodell TR 09 an der Strecke im Emsland wie geplant im April aufgenommen werde.
Nach Einschätzung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) hätte der Unfall mit Hilfe der Technik verhindert werden können.
Die Leitstelle der Transrapid-Teststrecke bleibt beschlagnahmt. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Es müssen noch weitere Daten ausgewertet werden. Das Zugwrack sowie die gut 31 Kilometer lange Strecke seien am Donnerstagabend von der Staatsanwaltschaft freigegeben worden. Wann das Wrack des Transrapids demontiert werde, müsse die Betreibergesellschaft IABG entscheiden.
