HANNOVER/LEER - Nach dem Fund krebserregenden Dioxins an der Ems hat die Landtags-Opposition der Landesregierung Versagen vorgeworfen. „So viel Verharmlosung, so viel Menschenverachtung ist nicht mehr zu ertragen“, sagte die SPD-Abgeordnete Karin Stief-Kreihe am Dienstag in Hannover.

„Herunterspielen, Kleinreden und Vertuschen war und ist bis heute die Maxime der beteiligten Ministerien“, kritisierte Christian Meyer von den Grünen. Die Landesregierung habe den Schutz der Verbraucher mit ihrer „Verschleierungs-Politik“ gefährdet.

Redner der Fraktionen von CDU und FDP warfen der Opposition vor, sie schüre Ängste in der Bevölkerung, um sich politisch zu profilieren.

Das Gift war in Mähgras und in Schafslebern in den Kreisen Leer und Emsland nachgewiesen worden. Auch Anwohner hatten den Behörden Untätigkeit vorgeworfen und kritisiert, die Ergebnisse von Untersuchungen bei Gräsern und Tieren kämen nur „scheibchenweise“ an die Öffentlichkeit.

Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) versicherte, die Probleme „sachlich und nüchtern“ aufzuarbeiten. Vergleichbare Belastungen seien bereits 1990 in der Elbtalaue bekannt gewesen und von der damaligen rot-grünen Landesregierung „ausgesessen“ worden, sagte Ehlen. Wer im Glashaus sitze, dürfe heute nicht „mit Fingern auf andere zeigen“.