HANNOVER - Bewegung bei den Linken: Rund 30 Mitglieder haben sich innerhalb des Landesverbandes zu einer neuen Reformströmung zusammengeschlossen. Die Gruppe nennt sich „Forum Demokratischer Sozialismus“ (FDS). Vorbild sind die ostdeutschen Landesverbände der Partei. „Das ist keine Abspaltung der Partei“, sagte der Landeschef der Linken, Dieter Dehm, dieser Zeitung.

Die neue Landesarbeitsgemeinschaft versteht sich als „emanzipatorische, linke Reformströmung“ innerhalb der Partei. Sie werde von ehemaligen PDS-Mitgliedern gelenkt und richte sich gegen die Dominanz von Westpolitikern in der Linkspartei, hieß es. Laut Dehm sind die Reformer eine von drei Strömungen in der Partei, neben den Kommunisten und der sozialistischen Linken. Das Forum stehe für pragmatische Politik und den Willen zur Regierungsbeteiligung. „Wir freuen uns, wenn sich Strömungen formulieren“, erklärte Dehm. Am Ende werde man aber versuchen, eine gemeinsame linke Politik zu machen. „Bisher ist uns das immer geglückt.“ Der Landeschef verwies darauf, dass die Linkspartei in den vergangenen vier Jahren ihre Mitgliederzahl von rund 700 auf über 3000 gesteigert hat. Eine Polarisierung hält er deshalb für normal.

Das FDS kündigte für den Landesparteitag am 12. April in Oldenburg einen Antrag an. Das Forum drängt darauf, künftig keine Kandidaturen von Mitgliedern anderer Parteien mehr zuzulassen. Hintergrund sind die Äußerungen der inzwischen aus der Landtagsfraktion ausgeschlossenen Kommunistin Christel Wegner. Fraktionschefin Kreszentia Flauger (Wildeshausen) betonte in dieser Woche allerdings, dass die Linke weiter mit den Kommunisten kooperieren will.