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Politik Machtkampf in der AfD Niedersachsen

Michael Evers

Hannover - Mit der Wahl von Dana Guth an die Spitze der Niedersachsen-AfD endete vor zweieinhalb Jahren ein Machtkampf in dem damals zerstrittensten Landesverband der Partei. Die Schaffung geordneter Strukturen, ein Ende der Skandale und eine zumeist sachorientierte Arbeit im Landtag hält sich die Vorsitzende, die auch Fraktionschefin ist, seitdem zugute. Dennoch muss sie es beim Landesparteitag am nächsten Wochenende in Braunschweig bei ihrer angestrebten Wiederwahl mit vier Gegenkandidaten aufnehmen. So manchem in der AfD ist Guth (50) offenbar zu moderat.

Zu den Gegenkandidaten zählt der Northeimer Bundestagsabgeordnete Jens Kestner, der dem mittlerweile aufgelösten völkisch-nationalistischen „Flügel“ zugeordnet wird. Auch der Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff, der 2018 vergeblich gegen Guth antrat, hat seinen Hut in den Ring geworfen. Herausforderer gibt es aber auch aus den Reihen der Landtagsfraktion. So will der Abgeordnete Christopher Emden, ein früherer Richter, sich als Landesvorsitzender bewerben, ebenso wie der Braunschweiger Abgeordnete Stefan Wirtz.

Ringen um die Richtung

„Ich glaube schon, dass die Wahl des Vorsitzenden einen Einfluss auf die politische Ausrichtung in Niedersachsen hat“, meint Guth. Die Kandidaten und ihre Positionen seien verfestigt und teilweise konträr. „Politisch gesehen sehe ich die Hauptaufgabe und den Arbeitsschwerpunkt aber nach wie vor bei der Fraktion. Und da sich ja in der Fraktion nichts ändert, werden wir auch politisch selbstverständlich dieselbe Richtung weiterhin weiterverfolgen, bürgerlich konservative Sacharbeit.“

Wahlen stehen an

Eine Hauptaufgabe des künftigen Vorstands sei die Positionierung der Partei für die kommende Kommunal-, Bundestags- und Landtagswahl, sagt Guth. „Es ist selbstverständlich, dass der neue Landesvorstand sich um die Wahlen kümmern muss, um gute Wahlergebnisse und dementsprechend natürlich auch nach außen sehr sichtbar werden muss.“

Dass die AfD bislang in Norddeutschland bei Wahlen eher blass geblieben ist, schreibt Guth dem bodenständigen Naturell der Menschen zu, deshalb dauerten Veränderungen auch in der politischen Landschaft möglicherweise länger. Einige ihrer Mitbewerber beklagen aber auch eine fehlende Profilierung der Partei.

„Wir nehmen uns hier in Niedersachsen als einzige Opposition wahr, die sich konträr zu diesem immer weiter nach links und grün driftenden Mainstream positioniert“, sagt Guth indes.

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