HANNOVER - Kritische Berichte über die Verwendung des Narkosemittels Propofol bei Magen-Darmspiegelungen wurden am Freitag von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen in München zurückgewiesen.
In den Berichten seien Ergebnisse einer Studie aus Hannover unzulässig hochgerechnet worden und somit von 180 Todesfällen pro Jahr gesprochen worden. Tatsächlich hätten die vier in der Studie erwähnten Todesfälle nach 10 000 entsprechenden Untersuchungen im Zusammenhang mit der schweren Erkrankung der Patienten gestanden und nichts mit dem Einsatz des Narkosemittels Propofol zu tun gehabt.
Die Gesellschaft verweist auf eine größere Studie aus jüngster Zeit, bei der es lediglich vier Todesfälle bei 650 000 Behandlungen gegeben habe. Danach wären in Deutschland in diesem Zusammenhang weniger als zwei Todesfälle jährlich zu beklagen.
Propofol ist vielen Menschen geläufig, weil Popstar Michael Jackson an einer Überdosis des Narkosemittels starb. Sein Arzt ist deswegen angeklagt.
