HANNOVER -

Redaktion Hannover

HANNOVER - Die Grippewelle in Europa ist angerollt, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland die Zahl der Krankheitsfälle zunehmen wird. Aus fünf europäischen Ländern – Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz – werden bereits steigende Zahlen von Grippefällen gemeldet. Die Grippesaison in Europa beginnt nach Angaben der Experten damit etwa zwei Wochen früher als im Vorjahr.

In Deutschland gibt es nach Angaben von Udo Buchholz von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) bislang lediglich „sporadisch auftretende Influenzafälle“. Betroffen sind vor allem Bayern und Baden-Württemberg. Aus Hannover wurde in der vorigen Woche sogar ein erster Todesfall gemeldet. Der Mann soll sich in Afrika angesteckt haben.

„Wir verzeichnen momentan eine mittlere Grippeaktivität“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) dieser Zeitung. Bei zehn Prozent der Proben seien aktuell Influenzaviren festgestellt worden. Von einer Grippewelle könne man in Niedersachsen noch nicht sprechen.

Nach Ansicht von Ross-Luttmann haben die bislang sehr milden Temperaturen die turnusgemäß erwartete Welle möglicherweise verzögert. Bei kalter Witterung könnte sich die Lage in den nächsten Wochen aber ändern. „Grippeschutzimpfungen sind auch jetzt noch sinnvoll, insbesondere für ältere Patienten und chronisch kranke Menschen“, erklärte die Ministerin. Es stehe noch genügend Impfstoff zur Verfügung.

Unterdessen breitet sich das Noro-Virus immer mehr aus. Das Berliner Robert-Koch-Institut befürchtet, dass bis zu einer Million Menschen in Deutschland in diesem Winter an dem aggressiven Magen-Darm-Erreger erkranken.