HANNOVER - HANNOVER/DPA - Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat eine Soforthilfestation für Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt eröffnet. In der neuen „Chest Pain Unit“ gibt es nach MHH-Angaben vier Notfallbetten. Ein Herzspezialist stehe rund um die Uhr zur Verfügung. In den USA seien gute Erfahrungen mit solchen Notfallstationen gesammelt worden. Die Sterblichkeitsrate bei Herzinfarkten sei dort im Vergleich zu Krankenhäusern ohne diese Einrichtungen um 37 Prozent gesenkt worden.
In Deutschland gibt es nach Angaben der MHH solche Herzinfarktstationen bisher nur an den Universitätskliniken in Heidelberg und Mainz. Die Kardiologie in Hannover habe die neue Versorgungseinheit über einen Zeitraum von drei Monaten aufgebaut und getestet.
Interessant sei die Chest Pain Unit nicht nur für zuweisende Ärzte und Rettungsdienste, sondern auch für Patienten, die direkt ins Krankenhaus gehen – bei Verdacht auf Herzinfarkt sei das fast jeder dritte Patient. Bei der schnellen Versorgung wird nach den Worten von Professor Helmut Drexler, Direktor der Abteilung Kardiologie und Angiologie, auch „das Risiko bleibender Folgeschäden nachhaltig minimiert“.
Der akute Herzinfarkt ist in Deutschland mit Abstand die häufigste Todesursache, jedes Jahr sterben rund 60 000 Menschen daran.
