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Nach Todesfällen In Wolfsburg Aufnahmestopp für Pflegeheime in Niedersachsen

Mathias Freese
Mathias Freese Unseren Agenturen

Hannover - Nach dem Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg hat das Land Niedersachsen einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Ausnahmen gebe es nur, wenn eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner gewährleistet sei, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover. In Wolfsburg waren 17 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie die Stadt am Montag mitteilte. Auch ein Altenheim in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg kämpft mit Infektionen. Reimann gab außerdem bekannt, dass 22 Reha-Kliniken bis zu 2000 Patienten aus regulären Krankenhäusern aufnehmen sollen, um dort für freie Krankenhausbetten zu sorgen. Davon betroffen sind unter anderem Reha-Kliniken in Oldenburg, Vechta und Wilhelmshaven.

Reimann betonte zudem die Bedeutung der Trennung von Infizierten und Nichtinfizierten. „Diese Trennung auch innerhalb der Häuser haben wir am 10. März an Kommunen und Landkreise gegeben, um Konzepte zu entwickeln. Dazu gehört auch, Personal für beide Gruppe zu organisieren. Das ist wichtig, um das Personal gesund zu halten“, sagte Reimann. Sie verteidigte zudem die Entscheidung des Wolfsburger Klinikums, keine neuen Patienten mehr aufzunehmen. In der Umgebung gäbe es eine gute Infrastruktur aus anderen Krankenhäusern, zum Beispiel in Braunschweig und Gifhorn.

„Distanz ist das einzige Mittel“

„Solange wir kein Medikament und keine Impfung haben, gilt Kontaktvermeidung und Distanzierung. Das ist der einzige Weg“, stellte die Ministerin klar: „Wer jetzt schon über Lockerung der Maßnahmen redet, setzt das Leben von Menschen aufs Spiel. Distanz ist das einzige Mittel, das wir haben. Deshalb braucht es diese Maßnahmen in dieser Rigorosität.“ Die SPD-Politikerin appellierte an Angehörige, auf Besuche älterer Angehöriger zu verzichten. „Bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter oder Ihren eigenen Vater, sondern alle.“ Es gebe viele Hinweise, dass die Besuchsverbote für Alters- und Pflegeheime nicht beachtet worden seien.

In Wildeshausen hätten Tests bestätigt, dass 23 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 17 Mitarbeiter eines Altenheims mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert seien, teilte der Landkreis Oldenburg mit. Das Gesundheitsamt habe alle 51 Bewohner und 44 Mitarbeiter getestet, nachdem ein 89-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen und Coronavirus-Infektion gestorben sei. Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz seien bislang milde Verläufe festgestellt worden.

Reha-Kliniken sollen Patienten aus Krankenhäusern aufnehmen

Reimann teilte am Montag zudem mit, dass 22 der 78 niedersächsischen Reha-Kliniken ab sofort Patienten aus regulären Krankenhäusern aufnehmen sollen. Grundlage sei das neue COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz des Bundes. Durch die Verlegung von „leicht stationären Fällen“ aus Krankenhäusern sollen hier 2000 zusätzliche Betten geschaffen werden. Unter den 22 Reha-Kliniken, die nicht an Covid-19 erkrankte Patienten aufnehmen sollen, sind auch das Rehabilitationszentrum Oldenburg, die Reha-Klinik für Geriatrie in Vechta sowie die Median-Klinik in Wilhelmshaven.

„Angesichts der weiterhin steigenden Infektionszahlen ist es zwingend erforderlich, unsere Krankenhäuser auf eine stark steigende Anzahl an behandlungspflichtigen COVID-19-Patienten vorzubereiten. Die Nutzung der Rehakliniken als Ausweichquartiere für Patienten, die unter anderen Erkrankungen leiden und stationär weiterbehandelt werden müssen, ist ein wichtiger und notwendiger Schritt. Er hilft, die kommenden Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Reimann am Montag in Hannover.

Die 22 Einrichtungen wurden laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums ausgewählt, „weil ihre technische Ausstattung und ihre fachliche Ausrichtung besonders gut geeignet“ sind. Zudem sei auf eine regional ausgewogene Verteilung Wert gelegt worden.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion
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