HANNOVER - HANNOVER/SE - Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Er bezeichnet die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei der nur so viel Holz entnommen wird wie nachwächst, so dass sich der Wald immer wieder regenerieren kann.

Inzwischen beschränkt sich die Definition aber nicht mehr auf Wälder. Die CDU/FDP-Landesregierung will das Prinzip jetzt in allen Ressorts und Politikfeldern verankern. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) stellten am Dienstag den ersten Nachhaltigkeitsbericht für Niedersachsen vor. Er werde die Verantwortung für künftige Generationen noch stärker in den Mittelpunkt seiner Politik stellen, erklärte Wulff. „Wir wollen nicht auf Kosten kommender Generationen leben.“

Der Ministerpräsident nannte als Schwerpunkte für eine nachhaltige Entwicklung neben der Umweltpolitik einen konsequenten Sparkurs, die Verbesserung der Qualität von Bildung und Forschung sowie die Modernisierung der Infrastruktur. Beispiele seien der Bau des Jade-Weser-Ports und der Küstenautobahn A 22. Laut Sander sollen in den Naturschutz 40 Millionen Euro zusätzlich investiert werden. Von der EU erhält das Land in der Förderperiode 2007 bis 2013 rund 2,2 Milliarden Euro.

Die Opposition kritisierte den Bericht scharf. SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner nannte ihn peinlich und hilflos. Die Landesregierung habe von Nachhaltigkeit keine Ahnung. Grünen-Fraktionschef Wenzel warf Wulff „Wahlkampfgetöse“ vor.