Hannover - Das Urteil von CDU-Innenpolitiker Jens Nacke (Wiefelstede) steht fest. „Sehr gefährlich“, nennt der Islamismus-Experte der Unionsfraktion im Landtag die Salafisten-Moschee in Hannovers Kornstraße 25. Als Träger fungiert ein „Deutsprachiger Islamkreis“ (DIK). Namensgleich mit der Hildesheimer DIK-Moschee, die von Innenminister Boris Pistorius (SPD) vor Wochen geschlossen wurde. Eine Hochburg für Hass-Prediger und kampfbereite IS-Kämpfer. Auf Hannovers DIK-Moschee trifft nach Überzeugung Nackes eine ähnliche Bedrohungslage zu.
„Die Moschee des DIK Hannover ist ausweislich des Verfassungsschutzberichts ein über die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannter salafistischer Treffpunkt. Radikale Prediger aus dem Bundesgebiet treten regelmäßig in der Moschee in der Kornstraße auf“, sagte Nacke dieser Zeitung. „Angesichts der wachsenden Bedrohung durch salafistisch-islamistische Aktivitäten kann es nicht beim Verbot des DIK Hildesheim bleiben. Die Sicherheitsbehörden sollten zügig auch ein Verbot des DIK Hannover prüfen“, fordert der CDU-Politiker.
In der Kornstraße radikalisierte sich schon die sogenannte „Terrorzelle“ von Hannover, zu der die bereits verurteilte IS-Attentäterin Safia S. (16) gehörte, die letztes Jahr einen Polizisten niederstach. Der Bruder, Saleh S., versuchte einen Mordanschlag auf Passanten in Hannovers Innenstadt mittels Molotow-Cocktails. Saleh S. muss noch vor Gericht. Ein gemeinsamer Freud des Geschwisterpaars, Mohamed Hassan K., erhielt bereits eine Verurteilung wegen Mitwissenschaft beim Messerangriff. Andere Freunde, als Gefährder eingestuft, sind auf der Flucht oder untergetaucht.
Doch die DIK-Moschee arbeitet unbehelligt weiter. Anders als in Hildesheim hat es in Hannover weder Kontrollen noch Durchsuchungen gegeben. „Da passiert zu wenig“, kritisiert Nacke offensichtlich fehlende Aktivitäten der niedersächsischen Sicherheitsbehörden.
