HANNOVER - Noch vor ihrem Amtsantritt ist die künftige niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU, 38) so richtig angeeckt. Die erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland sprach sich gegen Kreuze und Kopftücher in öffentlichen Schulen aus – und sorgte mit diesem „heißen Eisen“ für Unmut in der Union.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) reagierte verärgert. Er stellte schnell klar, dass die Landesregierung Kreuze in Schulen begrüße. Wulff sagte: „Frau Özkan hat ihre persönliche Meinung zur weltanschaulichen Neutralität geäußert, aber sie stellt die niedersächsische Praxis nicht in Frage.“
Herbe Kritik an ihren Aussagen kam aus den Reihen der CSU. Politiker, die Kreuze aus Schulen verbannen wollen, sollten sich überlegen, ob sie in einer christlichen Partei an der richtigen Stelle seien, schimpfte der Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller. Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wies die Forderung Özkans zurück.
Aygül Özkan steht seit einigen Tagen unter Polizeischutz. In Medienberichten hieß es, Özkan erhalte Morddrohungen von Rechtsradikalen.
