HANNOVER - Der Rauswurf des Braunschweiger Oberbürgermeisters Gert Hoffmann (CDU) aus dem Aufsichtsrat der Landesbank Nord/LB sorgt für große Aufregung in der Landespolitik. In der Region Braunschweig formiert sich eine Protestwelle, die Christdemokraten sind über den Fall zerstritten, und die Bankenwelt in Niedersachsen steht vor einem Umbruch.

Der Verwaltungsrat der Braunschweiger Landessparkasse, dessen Chef Hoffmann ist, will am Mittwoch in einer Sondersitzung über einen Ausstieg aus der Nord/LB entscheiden. Ministerpräsident David McAllister (CDU) sucht nach einer schnellen Lösung, um das Schlimmste zu verhindern. Wie es hieß, will das Land anbieten, den nächsten frei werdenden Aufsichtsratsposten mit einem Brauschweiger Kommunalpolitiker zu besetzen.

Auslöser für den politischen Eklat erster Güte war eine Kabinettsentscheidung aus der vergangenen Woche. Dabei ging es um die geplante Neubesetzung des Nord/LB-Aufsichtsrats. Hoffmann wurde vom Land überraschend nicht mehr vorgeschlagen.

Laut Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), der auch Aufsichtsratschef der Nord/LB ist, hatte der Oberbürgermeister ihm gegenüber im Sommer 2011 seinen Verzicht erklärt. Hoffmann bestätigte das. Er hatte nach eigenen Angaben sein Ausscheiden aber an die Bedingung geknüpft, dass ein anderer Hauptverwaltungsbeamter aus dem Braunschweiger Land in den Aufsichtsrat einzieht. Im Gespräch war der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU).

Damit entflammt ein alter Streit zwischen dem Land und der Region erneut, der vor vier Jahren mühsam beigelegt worden war. Möllring hatte damals die Eigenständigkeit der neu gegründeten Brauschweiger Landessparkasse verhindert und sie stattdessen als „Anstalt in der Anstalt“ in die Nord/LB integriert. Wie es hieß, fürchtete die Landesbank um ihr Privatkundengeschäft. Die Landtags-SPD spottete, die Regierung habe kein Interesse an der Region Braunschweig.