HANNOVER/OLDENBURG - Innenminister Schünemann weist die Anschuldigungen zurück. Die SPD fordert einen Sonderermittler.

Von Marco Seng,

Redaktion Hannover

HANNOVER/OLDENBURG - Im Fall Andratzke hat die SPD erneut schwere Vorwürfe erhoben. Ex-Innenminister Heiner Bartling machte seinen Amtsnachfolger Uwe Schünemann (CDU) für Ermittlungspannen verantwortlich. „Es soll wohl etwas unter den Teppich gekehrt werden“, sagte Bartling am Freitag in Hannover. Der SPD-Politiker forderte die Einsetzung eines Sonderermittlers, um die Ungereimtheiten im Fall des angeblichen Doppelselbstmordversuchs von Wittmund aufzuklären. Im vergangenen Dezember hatte Franz Andratzke, Chef der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland/Wittmund nach eigenen Angaben versucht, sich gemeinsam mit seiner Frau das Leben zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg schließt aber auch einen Mordversuch nicht aus und ermittelt gegen Andratzke.

Bartling vermutet politische Seilschaften am Werk. Nach seiner Darstellung ist Andratzke Berater der CDU in Polizeifragen. „Wenn sich der Verdacht erhärten sollte, dass hier aus rein politischen Gründen Spuren verwischt worden sind, dann hat der Innenminister ein ernsthaftes Problem.“ Das Ministerium habe die Anfrage seiner Fraktion bislang nicht beantwortet. Bartling beschuldigte den Oldenburger Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Thurau, die Ermittlungen bewusst verschleppt zu haben.

Das Innenministerium wies die Vorwürfe zurück. „Es gab keine Ermittlungspannen“, sagte Ministeriumssprecher Klaus Engemann dieser Zeitung. Der Minister sei bereits in der Nacht des Vorfalls informiert worden.