HANNOVER - Die niedersächsische FDP reagierte erfreut auf die Kandidatur von Philipp Rösler für den Bundesvorsitz. Die CDU sieht in dem Personalwechsel große Chancen für die schwarze-gelbe Koalition im Bund. Aus der Opposition kommen dagegen skeptische Stimmen. SPD und Grüne glauben nicht an einen grundlegenden Kurswechsel der Liberalen.
„Er ist jemand, der die Koalition wieder zusammenbringen kann. Deswegen ist er genau der richtige in der jetzigen Situation für die FDP“, sagte der FDP-Fraktionschef im Landtag, Christian Dürr (Ganderkesee), am Dienstag. Er warnte jedoch gleichzeitig vor Erwartungen, dass Rösler nun die FDP alleine aus dem Umfragetief retten könne.
Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sprach Rösler die Stärke zu, „Menschen inspirieren und zusammenführen“ zu können. „Aber es ist nicht nur seine Art, Inhalte zu vermitteln. Er hat sich auch als Vordenker der liberalen Sache schon oft bewiesen“, sagte Bode. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Rösler als Landesvorsitzender.
Als Niedersachse freue er sich über den Aufstieg von Rösler in Berlin, erklärte CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Berne). „Ich kann ihm nur Glück wünschen, für das, was vor ihm liegt.“ Thümler traut dem designierten FDP-Bundeschef zu, seine Partei wieder „ins richtige Fahrwasser“ zu bringen. Rösler sei ein „verlässlicher Koalitionspartner“.
SPD-Fraktionschef Stefan Schostok erklärte: „Philipp Rösler tritt sein neues Amt mit einer schweren Hypothek an. Als Parteichef, der eine verunsicherte und orientierungslose Partei aufrichten und ihr in der Bundesregierung wieder zu Gewicht verhelfen solle, stehe er unter Aufsicht von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Ein Kurswechsel erscheine schwierig.
„Ein Neubeginn ist in dieser Personalie nicht zu erkennen“, erklärte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Die alte Garde bleibe in ihren Ämtern und auf ihren Posten. Eine Kabinettsumbildung wäre zwingend gewesen. „Jetzt kämpft Rösler mit einer alten FDP auf verlorenem Posten.“
