HANNOVER - Eine Grünen-Politikerin muss am Sonnabend in den sauren Apfel beißen, wenn die Öko-Partei wieder einmal eine neue Landesspitze sucht. Der bisherige Vorsitzende Raimund Nowak (Hannover) gibt sein Amt aus persönlichen Gründen ab. Gleich drei Kandidatinnen bewerben sich beim Parteitag am kommenden Wochenende in Winsen/Luhe um die beiden Posten in der Doppelspitze. Die bisherige Co-Landeschefin Dorothea Steiner (Osnabrück) möchte bleiben, was sie ist. Die Landtagsabgeordnete Ina Korter (Nordenham) und die Syker Ratsfrau Stefanie Henneke fordern sie heraus. Sicher ist damit nur, dass die Grünen erstmals eine reine Frauen-Doppelspitze wählen. „Ich halte das Rennen für offen“, sagte Nowak am Mittwoch in Hannover. Er hatte die Partei sechs Jahre lang geführt.

Ursprünglich wollte der Grünen-Fraktionschef im Landtag, Stefan Wenzel, in Winsen antreten. Doch nach internen Querelen zog er seine Kandidatur zurück. Ein Teil der Fraktion wollte ihn nicht ziehen lassen. Nach dem Verzicht von Wenzel sprach vieles für ein Duo Steiner/Henneke. Doch überraschend warf dann auch die Schulexpertin Korter ihren Hut in den Ring, was in Partei- und Fraktionsspitze wenig Begeisterung auslöste. Korter ist Außenseiterin. Das war vor zwei Jahren allerdings auch Steiner, die beim Parteitag in Stade die Delegierten mit einer fulminanten Rede auf ihre Seite brachte.

Die umstrittene Regelung der Grünen zur Trennung von Amt und Mandat könnte allerdings dazu führen, dass nach der Bundestagswahl erneut ein Wechsel im Landesvorstand notwendig wird, falls Steiner und Korter sich durchsetzen. Nur ein Vorstandsmitglied darf gleichzeitig auch ein Mandat in einem Parlament haben. Steiner kündigte an, dass sie sich auf den Bundestag konzentrieren werde, wenn sie im Herbst ins Parlament einzieht. Sie müsste dann aus dem Vorstand ausscheiden.

Beim Parteitag in Winsen mit rund 140 Delegierten wird auch die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, erwartet.