HANNOVER - HANNOVER/SE - Ein Parteitag im November sei normal, erklärt Grünen-Chef Raimund Nowak. Fünf Parteitag in zwölf Monaten seien dagegen ungewöhnlich. Die politischen Turbulenzen in Berlin sind auch an den niedersächsischen Grünen nicht spurlos vorbeigegangen. Co-Parteichefin Brigitte Pothmer muss ihr Amt satzungsgemäß aufgeben, weil sie in den Bundestag gewählt wurde. Im Mittelpunkt des Parteitags am Sonnabend in Braunschweig steht deshalb die Wahl der Nachfolgerin.
Bislang haben sich zwei Kandidatinnen für den Spitzenposten gemeldet: Anja Piel aus Hameln und Susanne Leifheit aus Königslutter. Piel ist Mitglied des Parteirats und Chefin des Kreisverbandes Hameln-Pyrmont, Leifheit steht an der Spitze des Kreisverbandes Helmstedt und sitzt als einzige Grüne im Kreistag. Beide sind an der Basis aber relativ unbekannt. Zu zweit tingelten sie deshalb in den vergangenen Wochen durch die Kreisverbände. „Das Rennen ist offen“, sagte Nowak. Nach seinen Angaben kann man keine der Kandidatinnen einem Parteiflügel zuordnen. Der Unterschied bestehe in den Schwerpunkten. Piel mache sich für Sozialpolitik stark, Leifheit für ökologische Themen. Nowak glaubt nicht, dass Pothmers Fußstapfen zu groß sind. „Viele sind als weißes Blatt gestartet und dann bunt und schillernd geworden.“ Die Noch-Parteichefin spricht von einem „schwierigen Start“ für ihre Nachfolgerin. Es komme darauf an, wie die Rolle in der Opposition ausgefüllt werde. Die Parteisatzung hatte die
Zahl der Bewerber stark eingeschränkt. In die Doppelspitze mit Nowak muss eine Frau gewählt werden, die nicht dem Landtag oder dem Bundestag angehören darf.
Die Grünen wollen in Braunschweig den Leitantrag „Weg vom Öl“ verabschieden. Pothmer sieht Chancen für 50 000 neue Arbeitsplätze in Niedersachsen durch alternative Energieformen bis 2020. Als Gast wird der Chef der Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn, erwartet.
