HANNOVER - Vor dem mit Spannung erwarteten FDP-Landesparteitag an diesem Wochenende in Braunschweig haben die Jungen Liberalen die Stimmung tüchtig angeheizt. Der Landeschef der FDP-Nachwuchsorganisation, Oliver Olpen, sagte am Freitag in Hannover, die Jungen Liberalen seien für eine offene Wahl des neuen Landesvorsitzenden mit mehreren Kandidaten. Es gebe keine Vorentscheidung für einen bestimmten Bewerber. Einen Automatismus, nach dem Wirtschaftsminister Jörg Bode stets Philipp Rösler nachfolge, gebe es nicht.

Beim Parteitag geht es offiziell um Energiepolitik. Im Mittelpunkt soll außerdem die Rede des designierten Bundesvorsitzende Rösler stehen. FDP-Bundesgeneralsekretär Martin Lindner hat kurzfristig abgesagt – aus Termingründen, hieß es. Vermutlich allerdings auch, um Rösler alleine die Bühne zu überlassen.

Doch hinter den Kulissen wird vermutlich ein anderes Thema die Gespräche beherrschen: Wer folgt Rösler als Landeschef? Wirtschaftsminister Bode schien zunächst bereit, hält sich aber mit Äußerungen jetzt zurück. Intern gibt es offenbar Widerstand gegen seine mögliche Kandidatur. Auch Umweltminister und FDP-Landesvize Hans-Heinrich Sander hatte zuletzt betont, dass es keinen Automatismus gebe. Sander sieht Bode und den Fraktionschef im Landtag, Christian Dürr (Ganderkesee), als Favoriten. Umwelt-Staatssekretär Stefan Birkner wird ebenso genannt. Beide zeigen offiziell noch keine Ambitionen. Wie es aus FDP-Kreisen hieß, wird Bode in Braunschweig vermutlich die Stimmung für eine Kandidatur ausloten. Dürr könnte auf jeden Fall aufrücken. Würde Bode gewählt, wäre ein Landesvize-Posten frei. Allgemein wird allerdings nicht erwartet, dass Dürr sich auf eine Kampfkandidatur um den Parteivorsitz einlässt, falls Bode antritt.