HANNOVER - Die Linken wollen bei ihrem Landesparteitag am kommenden Wochenende in Emden die Weichen für die Kommunalwahlen 2011 stellen. Im Mittelpunkt der Versammlung steht allerdings die Wahl eines neuen Landesvorstandes. Der bisherige Parteichef Diether Dehm gibt sein Amt auf, weil er sich stärker auf die Bundespolitik konzentrieren will. Co-Landeschefin Giesela Brandes-Steggewentz wird sich wohl erneut zur Wahl stellen.

Als Nachfolger von Dehm steht der Fraktionschef im Landtag, Manfred Sohn, bereit. Allerdings hat auch der Wittmunder Kreistagsabgeordnete Bernd Mayer sein Interesse bekundet. Sohn geht dennoch als Favorit ins Rennen. Sollte er gewählt werden, hätte das Folgen für die Fraktion. Sohn kündigte an, dass er diesem Fall bei der Neuwahl des Fraktionsvorstandes in der kommenden Woche nicht mehr antreten wird. Fraktionschefin Kreszentia Flauger (Wildeshausen) würde dann in der Doppelspitze einen neuen Mann an ihre Seite bekommen. Das könnte der bisherige Fraktionsvize Hans-Henning Adler (Oldenburg) sein. „Das werden wir in Ruhe diskutieren“, sagte Sohn dieser Zeitung.

Beim Parteitag wollen die Linken einen Leitfaden für die Kommunalwahlen beschließen. Wichtig seien mehr Bürgerbeteiligung und weniger Privatisierungen, erklärte Adler. Es gelte den „sozialen Kahlschlag“ zu verhindern, der den Kommunen durch die Kürzungspolitik drohe, sagte Sohn. „Wenn man uns wählt, wird kein Schwimmbad geschlossen.“ Die Linken wollen bei der Kommunalwahl die Zahl ihrer Mandate landesweit von jetzt 142 auf mehrere Hundert steigern.