Hannover - Die Zunahme von Familien, in denen Vater und Mutter berufstätig sind, erschwert nach Einschätzung des niedersächsischen Sozialministeriums die Suche nach Pflegeeltern. Wenn beide Partner berufstätig seien, bedeute die Aufnahme von Pflegekindern eine große Herausforderung.

Aus diesem Grund streuen die Jugendämter ihre Werbung breiter. Gezielt angesprochen werden der Sprecherin zufolge auch Alleinerziehende, homosexuelle Paare oder Paare mit Migrationshintergrund, die bislang eher selten eine Pflegschaft übernommen haben.

Die schwierige Suche nach Pflegeeltern ist nach Ministeriumsangaben kein neues Thema. Allerdings hätten vor 15 Jahren noch vergleichsweise leicht Pflegefamilien für Vorschulkinder gefunden werden können. Im Jahr 2017 haben die niedersächsischen Jugendämter 5321 Mädchen und Jungen neu in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht, von ihnen waren 1360 ohne Eltern aus dem Ausland eingereist. 2016 waren es noch 8347 Kinder und Jugendliche, davon allerdings 4365 unbegleitete minderjährige Ausländer. Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor.