HANNOVER - Die Opposition fordert mehr Chancengleicheit. Die FDP kritisiert den Minister.

von marco seng,

redaktion hannover

HANNOVER - Niedersachsen auf dem Weg aus dem Pisa-Keller: Niedersächsische Schüler haben sich im bundesweiten Vergleich ins Mittelfeld vorgearbeitet. Nach Angaben des Kultusministeriums belegten die Gymnasien 2003 in allen Bereichen den 7. Platz. Beim ersten Test 2000 war Niedersachsen im unteren Tabellendrittel gelandet. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) sieht auch bei den Haupt- und Realschulen Fortschritte. „Wir sind dabei aufzuholen, auch wenn wir längst noch nicht dort sind, wo wir hinwollen.“ Großen Nachholbedarf gebe es bei der Lesekompetenz. Es seien vor allem bei der frühkindlichen Bildung noch erhebliche Kraftanstrengungen notwendig, erklärte Busemann.

Für die Opposition zeigen die Ergebnisse dramatischen Handlungsbedarf. Ein „weiter so“ dürfe es nicht geben“, sagte die SPD-Bildungsexpertin Ingrid Eckel. Es sei ein Armutszeugnis für die Politik, wenn sie das Grundproblem der Chancenungleichheit nicht in den Griff bekomme. Die Grünen forderten Maßnahmen zur Förderung benachteiligter Schüler. Erzieher und Lehrkräfte müssten besser qualifiziert werden.

Unterdessen kritisierte der Koalitionspartner die Schulpolitik von Busemann. FDP-Fraktionsvize Hans-Werner Schwarz forderte den Minister zu mehr Ehrlichkeit beim Thema Unterrichtsversorgung auf. In einigen Teilen des Landes gebe es in der Tat Schwierigkeiten. Die FDP verlangt deshalb die Einstellung von mehr „Feuerwehr-Lehrern“. Um Unterrichtsausfall zu verhindern, sei eine Eingreiftruppe notwendig. Schwarz warnte den Minister auch davor, mit seinen Ankündigungen für ein kostenloses drittes Kindergarten-Jahr Erwartungen zu wecken, die nicht zu erfüllen seien. Busemann müssen sich auf die Verbesserung der Unterrichtsqualität konzentrieren.