HANNOVER - Wenn Hunde telefonieren, unternehmungslustige Zweijährige die Welt entdecken wollen oder Elefanten auftauchen, dann rufen besorgte Bürger die 110 an. Auch in diesem Jahr musste die Polizei in Niedersachsen nahezu täglich ausrücken, um sich um kuriose kleine Fälle zu kümmern.
So mussten Polizisten bei Bad Münder einem Taxifahrer helfen, der mit seinem Wagen im Morast versank, weil er beim Navigationsgerät den Fußgänger-Modus eingestellt hatte. In Rinteln fuhr ein 19-Jähriger an einem Fähranleger direkt in die Weser, statt aufs Schiff zu warten – auch er gab seinem Navi die Schuld an dem Bad.
Kleine Steppkes hielten die Beamten immer wieder auf Trab: In Braunschweig kletterte ein Zweijähriger aus dem Gitterbett und machte sich Ende Januar mit Schlafsack und Schnuller auf Wanderschaft. Und in Meppen büxte ein dreijähriges Mädchen im Juli mit dem Rad aus; innerhalb kürzester Zeit fuhr die Kleine sechs Kilometer bis über die holländische Grenze. Noch ambitionierter war ein dreijähriger Junge in Wilhelmshaven, der mit Papas Auto einkaufen fahren wollte. Es gelang ihm, den Wagen zu öffnen und zu starten, nach wenigen Metern endete die Fahrt aber vor einem abgestellten Anhänger.
Auch beim Einfangen von ausgebüxten Tieren ist die Polizei immer wieder gefragt: In Hannover mussten zwei Zirkus-Elefanten von den Straßenbahngleisen geholt werden, in der Nähe von Hildesheim wurde im Fluss Innerste im Sommer tagelang ein Krokodil gejagt, dass sich schließlich als aggressive Schnappschildkröte entpuppte. Und im Kreis Holzminden meldete sich eine Autofahrerin Mitte März bei der Polizei mit den Worten „Glauben sie mir, ich bin nicht betrunken, aber hier sitzt ein Känguru im Graben“. Dem Beuteltier war die Flucht aus einem Privatgehege gelungen.
In Pattensen löste ein telefonierender Hund einen Polizeieinsatz aus: Das Tier hatte das Telefon in sein Körbchen gezogen, auf dem Hörer gekaut und so eine Frau im 150 Kilometer entfernten Winsen bei Hamburg angerufen. Die hörte nur ein Röcheln, erschrak und alarmierte die 110. „Der Hund hat der besorgten Frau ordentlich etwas vorgeröchelt“, hieß es später im Polizeibericht.
