HANNOVER - Mit einem bundesweit einmaligen Aussteigerprogramm will der niedersächsische Verfassungsschutz den Zulauf von Jugendlichen in die rechten Szene bekämpfen. „Vor allem junge Menschen werden über Internetportale, Zeitschriften und Musik-CDs immer gezielter von den Rechtsextremisten geködert“ sagte Innenminister Uwe Schünemann am Montag in Hannover.
„Das Einstiegsalter in die Szene liegt mittlerweile bei 14 Jahren, in Einzelfällen sogar darunter“, betonte der CDU-Politiker. Dies sei ein „schreckliches Szenario“, welches das Land im Auge haben müsse. Der Verfassungsschutz biete die besten Möglichkeiten zur Prävention.
Ziel des Programms sei es, insbesondere Randpersonen aus der Szene loszulösen, ergänzte Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel. Zwei erfahrene Mitarbeiter des Verfassungsschutzes würden die Mädchen und Jungen direkt ansprechen. „Im Gegensatz zu älteren Rechtsextremen sind die Jugendlichen noch formbarer“, betonte Wargel.
Die Linke kritisierte das Aussteigerprogramm: „Das ist keine Aufgabe des Verfassungsschutzes, sondern eine zivilgesellschaftliche“, sagte Pia Zimmermann, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im niedersächsischen Landtag.
