HANNOVER - Atomkraftgegner von Greenpeace haben am Montag in der Bannmeile des Landtags für eine lückenlose Aufklärung des Asse-Skandals demonstriert. Die 30 Aktivisten stellten Blechtonnen auf die Parlaments-treppen und überreichten allen fünf Landtagsfraktionen jeweils eine Grubenlampe. „Sie soll Licht ins Dunkel bringen“, sagte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. „Es geht darum, den größten Atommüll-Skandal in Deutschland aufzudecken.“
Die Polizei ließ die Demonstranten trotz der Verletzung der Bannmeile, in der Demonstrationen nicht erlaubt sind, zunächst gewähren. Als die Aktivisten sich aber nach mehrfacher Aufforderung weigerten, den Eingangsbereich des Landtags zu räumen, trugen die Beamten einzelne Demonstranten weg und entfernten die Blechtonnen. „Wir warten auf den FDP-Vertreter“, begründete Münchmeyer die Weigerung.
Für die Liberalen nahm schließlich Parlamentsgeschäftsführer Christian Dürr (Ganderkesee) die Lampe entgegen. Er versprach eine „chronologische Untersuchung“ der Vorfälle in der Asse von 1964 bis 2009. Dürr lehnte die Forderung von Münchmeyer nach einem Rücktritt von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) ab. Am Rande der Protestaktion kam es zu einem Streit zwischen dem Linken-Landeschef Dieter Dehm und Polizisten. Weil der Bundestagsabgeordnete Beamte beleidigt haben soll, droht ihm jetzt eine Anzeige. Dehm bestreitet die Vorwürfe. Der Landtag will in der kommenden Woche den Asse-Untersuchungsausschuss beschließen.
