HANNOVER - Im Totschlagsprozess gegen eine Krebsärztin in Hannover hat das Landgericht die Krankenakten der betroffenen Klinik als vollkommen mangelhaft kritisiert.
„Was ist denn das für ein Laden hier, in dem nicht mehr feststellbar ist, ob irgendwelche Medikamente gegeben wurden oder nicht?“, hielt der Vorsitzende Richter am Montag bei der Zeugenvernehmung einem Arzt der Paracelsus-Klinik in Langenhagen vor. Der Mediziner war Assistenzarzt der angeklagten 58 Jahre alten Ärztin, die acht Patienten mit hohen Dosen Morphium und Valium getötet haben soll. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe und spricht von Sterbebegleitung.
Eine minuziöse Auflistung verabreichter Medikamente gebe es allenfalls auf der Intensivstation, meinte der Mediziner, gegen den im Zusammenhang mit der Serie zweifelhafter Todesfälle an der Klinik ebenfalls ermittelt wurde. Über die Gabe von Morphium bei Sterbenskranken habe die angeklagte Ärztin alleine entschieden.
