HANNOVER - Fast 1400 Verurteilte mussten 2011 nicht hinter Gittern, weil sie ihre Geldstrafe in Raten abzahlen konnten. Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) kündigte am Donnerstag in Hannover an, dass er das Programm „Geldverwaltung statt Ersatzfreiheitsstrafe“ weiter unterstützen will.
Wer nicht in der Lage ist, seine Geldstrafe abzuzahlen, kann mit Unterstützung der Straffälligenhilfe eine Ratenzahlung vereinbaren und so eine Haftstrafe vermeiden.
Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege begrüßte die Bereitschaft Busemanns. Das Gericht verhänge eine Geldstrafe, weil der Angeklagte eben nicht ins Gefängnis soll, erklärte Axel Zuber von der diakonischen Anlaufstelle für Straffällige in Delmenhorst. Eine Ersatz-Freiheitsstrafe solle nur angedroht werden. Auch der Staat wolle lieber das Bußgeld einnehmen, als die Unterbringung in der Haft zu zahlen: Dank des Programms habe das Land im Jahr 2011 so mehr als zwei Millionen Euro gespart und 300 000 Euro eingenommen.
