HANNOVER - Johanna Wanka ist überzeugt: In wenigen Jahren wird es ganz normal sein, dass Ostdeutsche auch im „Westen“ Minister werden. „Ich finde es erstaunlich, dass ich 20 Jahre nach der Wiedervereinigung die erste bin“, sagt die neue niedersächsische CDU-Wissenschaftsministerin. Im Grunde genommen sei es doch ein ganz normaler Vorgang. Von 2000 bis 2009 stand die 59-jährige Sächsin bereits in Brandenburg an der Spitze des Ressorts.
Im Plenarsaal gehören energische und lautstarke Diskussionen für Wanka einfach dazu. So gesehen hat sich der Wechsel von Potsdam nach Hannover für die Mathematikprofessorin bereits ausgezahlt. Denn streiten können sich die Niedersachsen laut Wanka besonders gut. „Es ist hier streckenweise schon sehr temperamentvoll“, sagt sie.
Was ihre politischen Ziele angeht, gibt sich Wanka derzeit außerhalb des Landtags noch betont zurückhaltend. „Ich will jetzt keine billigen Patentrezepte verkünden, die gibt es nämlich nicht“, sagt Wanka. Jetzt gelte es, sich schnell in die wichtigen Themen einzuarbeiten, um bald eigene Akzente setzen zu können.
„Mir ist es nicht so wichtig, sofort in den Medien zu glänzen. Ich will langfristig Erfolg haben“, sagt sie selbstbewusst. Wie energisch und kämpferisch sie sein kann hat sie in Brandenburg bewiesen. Nach der verlorenen Landtagswahl im vergangenen Jahr ließ Wanka als Oppositionsführerin keine Gelegenheit aus, die rot-rote Koalition von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) scharf zu attackieren.
