HANNOVER - Muslimische Gläubige sollten sich nach Ansicht ihrer niedersächsischen Interessenvertretung Schura aktiv in das öffentliche Leben einmischen. So werde die eigene Integration gefördert, sagte Avni Altiner, Vorsitzender des Verbandes der Muslime in Niedersachsen in Hannover. „Wir müssen uns in die Mitte der Gesellschaft bewegen.“ Der Verband existiert seit sieben Jahren und setzt sich für deutschsprachigen, islamischen Religionsunterricht als Hauptfach ein.

Schon jetzt merke er, dass die Muslime von der Bevölkerung anders wahrgenommen werden, sagte Altiner. „Man erkennt an, dass wir ein Teil der Gesellschaft sind.“ Das sei vor allem deshalb wichtig, weil muslimisch geprägte Jugendliche die Akzeptanz der Bevölkerung brauchen.

„Unsere junge Generation wächst jetzt heran, sie lernt Berufe oder studiert und ist auf Arbeitsstellen angewiesen“, erklärte der Schura-Vorsitzende. Es müsse einen intensiven und fruchtbaren Dialog zwischen den Muslimen und den Deutschen geben. Diese Begegnungen förderten auch die Akzeptanz.

Langfristig gesehen verfolgt der Verband das Ziel, dass der Islam als Religionsgemeinschaft in Deutschland auch staatlich anerkannt wird. „Das ist eine riesengroße Anstrengung, aber wir sind da guter Dinge“, sagte Altiner. Die Zusammenarbeit mit der Regierung auf Landesebene sei sehr gut.

In Niedersachsen leben nach Angaben des Verbandes rund 230 000 Muslime, 70 000 von ihnen haben einen deutschen Pass.

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