HANNOVER - Völlig überraschend hat Linken-Fraktionschefin Kreszentia Flauger (Wildeshausen) am Montag ihren Rückzug aus der Landespolitik verkündet. Nach zwei Hörstürzen in den vergangenen zwei Jahren sieht sich die 46-Jährige dem Stress im Politikalltag nicht mehr gewachsen. „Ich habe mich aus gesundheitlichen Gründen zu diesem Schritt entschlossen“, sagte die Linken-Politikerin in Hannover. Flauger will bis zur Landtagswahl 2013 im Amt bleiben, aber nicht mehr auf der Landesliste kandidieren. Ihr Ratsmandat in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) will sie behalten.
„Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“, sagte Flauger, die sich zunächst eine vierwöchige Auszeit von der Politik nimmt. Die Linken-Fraktionschefin hatte nach eigenen Angaben ihren ersten Hörsturz Anfang 2010. Der zweite sei vor Kurzem gefolgt, mit „totalem Hörverlust auf einem Ohr“. Das seien „ernste Warnzeichen“, aus denen sie nun die Konsequenzen ziehen müsse, erklärte Flauger. Die gelernte Datenverarbeitungskauffrau ist seit 2008 neben Hans-Henning Adler (Oldenburg) Fraktionschefin der Linken im Landtag. Ihre weitere berufliche Zukunft ist offen.
CDU-Landtagspräsident Hermann Dinkla (Westerholt) bekundete Respekt für Flaugers Rückzug. „Politiker sind keine Automaten, die ständig funktionieren können und müssen“, sagte er. Die Linken-Landeschefs Giesela Brandes-Steggewentz und Manfred Sohn erklärten, Flaugers Entscheidung habe „große Betroffenheit ausgelöst“.
