HANNOVER - Der

SPD-Spitzenkandidat setzt auf soziale Gerechtigkeit. Damit will er beim Wähler punkten.

Von Marco Seng

Hannover Der erste „Schattenminister“ war keine große Überraschung mehr. SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner präsentierte am Mittwoch in Hannover, wie erwartet, den Ex-Gewerkschafter Wolfgang Denia als Mitglied seines Wahlkampf-Teams. Der frühere „Verdi“-Chef soll für Arbeitnehmerfragen zuständig sein. „Für die SPD ist es wichtig, mit dem Thema soziale Gerechtigkeit zu punkten.“ Dafür stehe Denia. SPD-Parteichef Garrelt Duin nannte den Ex-Gewerkschafter eine „ganz hervorragende Wahl“. Man müsse die Gemeinsamkeiten zwischen SPD und Gewerkschaften im Wahlkampf stärker betonen.

SPD-Mitglied Denia hatte sich im April dieses Jahres bei Verdi in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet, ließ sich aber jetzt von Jüttner in die Pflicht nehmen. Er habe nicht lange gezögert, erklärte Denia: „Runter vom Sofa, rein in den Wahlkampf.“ Der 56-Jährige will sich für die Interessen von Gewerkschaftern, Arbeitnehmern und Arbeitslosen einsetzen. „Die Politik der Landesregierung ist ungerecht und einseitig“, sagte Denia. Eine Koalition mit der Linkspartei nach einem Wahlsieg schließt er nicht aus. Denia könne in einer SPD-geführten Regierung das Ressort für Arbeit und Soziales übernehmen, hieß es.

Die Koalition kritisierte die Personalie scharf. CDU-Generalsekretär Ulf Thiele erinnerte an das zerrüttete Verhältnis von Denia und Ex-Ministerpräsident Sigmar Gabriel. „Mit Denia öffnet sich die SPD nach linksaußen.“