HANNOVER - HANNOVER/DPA - Die eskalierende Gewalt an einer Berliner Schule hat die Debatte um die Integration ausländischer Kinder in Niedersachsen neu entfacht. Innenminister Uwe Schünemann (CDU) kündigte am Montag eine Bundesratsinitiative zur Ausweitung der Sprach- und Integrationskurse an. „Der im Zuwanderungsgesetz festgelegte Deutschunterricht muss für junge Menschen bis 27 Jahre von 600 auf 900 Stunden erhöht werden“, forderte Schünemann in einem Interview. Zudem sollen Ausländer, die schon sehr lange in Deutschland leben und wenig Deutsch sprechen, gesetzlich zur Teilnahme an Integrationskursen verpflichtet werden.
Der niedersächsische Vorschlag soll bis zur Sommerpause in den Bundesrat eingebracht werden.
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Karl-Heinz Klare, verlangte, alle staatlichen Geldleistungen bei Gewalttaten der Kinder zu streichen. Der Christdemokrat schlug vor, Hartz-IV-Leistungen oder das Kindergeld nicht auszuzahlen, wenn ein Jugendlicher wegen Gewaltattacken von der Schule ausgeschlossen wird. „Ich bin davon überzeugt, dass nur der Griff in das Portemonnaie der Familie die Jugendlichen für Erziehungsfragen zugänglich macht.“ Die Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen des Schulgesetzes würden nicht mehr ernst genommen, sagte Klare.
Verbände riefen dazu auf, die Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen zu intensivieren und den Sprachunterricht für Migrantenkinder auszubauen.
Integration muss nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann bereits im Kindergarten erfolgen.
