HANNOVER - Schüler in Niedersachsen sollen künftig mehr Sport in der Schule machen. Die CDU/FDP-Landesregierung will zusätzlichen Fitness-Unterricht einführen, um die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu verbessern. Nach den Plänen von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) soll zum Schuljahresbeginn 2010 ein Schulversuch mit einem Fitness-Programm gestartet werden, das aus den USA stammt.
„Mehr Sport und Fitness in der Schule führen zu weniger Medienkonsum und besseren schulischen Leistungen“, sagte Heister-Neumann dieser Zeitung. Die Ministerin möchte auch andere Bundesländern für das Modell gewinnen. Der Kriminologe Christian Pfeiffer sprach von einem „sensationellen Effekt“ in den USA. Pfeiffer stellte das Projekt am Montag bei der CDU-Fraktionsklausur auf Norderney vor.
Nach seinen Angaben haben in den USA bisher rund 19 000 Schüler daran teilgenommen. Jeder bekomme neben dem herkömmlichen Sportunterricht 40 Minuten Fitness-Training zusätzlich am Tag. Pfeiffer nannte als positive Effekte unter anderem einen Rückgang der Fettleibigkeit. Die Schüler seien gesünder und hätten mehr Selbstvertrauen. Auch die Gewalt an den Schulen sei zurückgegangen. In Fächern wie Mathe seien die beteiligten Schulen in den USA führend, erklärte Pfeiffer.
Das Kultusministerium will jetzt mindestens eine Schule für den Schulversuch gewinnen. Es müsse eine Ganztagsschule sein, erklärte Heister-Neumann. Weil dem Land das Geld für solche Projekte fehlt, sollen Sponsoren gesucht werden.
